Rhein

Ein wahrhaft europäischer Strom
Der Rhein ist mit über 1200 Kilometern der längste Nordseezufluss. Er durchfließt vier Staaten: Die Schweiz, Österreich, Deutschland und zuletzt die Niederlande. Für Liechtenstein und Frankreich ist er Grenzfluss, sein Einzugsgebiet umfasst zudem den überwiegenden Teil Luxemburgs und kleine Teile Italiens und Belgiens.
Der Lauf
Die Quellflüsse Vorderrhein und Hinterrhein aus dem Schweizer Kanton Graubünden fließen zum Alpenrhein zusammen, der in den Bodensee mündet. Als Verbindung zwischen Ober- und Untersee des Bodensees beginnt in Konstanz der nur vier Kilometer lange Seerhein. Der nach Westen verlaufende Abschnitt vom Ausfluss aus dem Untersee bei Stein am Rhein bis Basel wird seit dem 19. Jahrhundert Hochrhein genannt. In diesem Abschnitt befindet sich unterhalb von Schaffhausen der 23 Meter hohe Rheinfall. Nach dem Basler Rheinknie schließt sich der Oberrhein an. Ab Bingen folgt der Mittelrhein bis Bonn, danach der Niederrhein, schließlich das Rhein-Maas-Delta bis zur Mündung in die Nordsee.
Wichtigste Nebenflüsse
Der mit 920 Kilometer bei weitem längste Nebenfluss des Rheins war bis 1904 die Maas (franz. Meuse), die in die Waal mündete, den größten Hauptarm des Rheindeltas. Aus Gründen des Hochwasserschutzes wurde diese Verbindung jedoch unterbrochen, und die Maas mündet seither über die künstliche Bergse Maas direkt in die Nordsee. Längster Nebenfluss ist seither mit 544 Kilometern die Mosel (franz. La Moselle), die bei Koblenz (D) in den Rhein mündet. Am meisten Wasser zum Rhein steuert die Aare aus der Schweiz bei, die am Zusammenfluss bei Koblenz (CH) mehr Wasser führt als der Rhein selbst. Bemerkenswert ist, dass über die Radolfzeller Aach auch Wasser aus der Donau(versickerung) in den Rhein gelangt. Eine schiffbare Verbindung zwischen Rhein und Donau besteht über den Main und den Main-Donau-Kanal.
Rheinbegradigung und Rheinseitenkanal
Im 19. Jahrhundert wurde der Oberrhein durch den badischen Ingenieur Johann Gottfried Tulla und seine Nachfolger begradigt. Durch die Abtrennung von Schlingen und Mäandern verkürzte sich die Strecke zwischen Basel und Bingen um mehr als 80 Kilometer. Die Begradigung war auch Voraussetzung für die Schiffbarmachung. Heute können Schiffe von der Nordseemündung bis Rheinfelden am Hochrhein und zwischen Schaffhausen und dem Bodenee verkehren. Zwischen Breisach und Weil am Rhein benutzen die Schiffe dabei den Grand Canal d'Alsace, den Rheinseitenkanal. Dieser Kanal wurde von Frankreich nach dem Ersten Weltkrieg auf der Grundlage des Versailler Vertrags gebaut und dient neben der Schifffahrt auch der Stromerzeugung durch Wasserkraft.



Bei Stein am Rhein
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