UNESCO-Welterbe

Von außergewöhnlicher Bedeutung
1972 schloss die Generalkonferenz der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) ein Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt, das 1975 in Kraft trat. Hintergrund des Übereinkommens war die Erwägung, dass Teile des Kultur- oder Naturerbes von außergewöhnlicher Bedeutung sind und daher der ganzen Menschheit erhalten werden müssen. Das Welterbe umfasst weltweit 745 Kulturdenkmäler und 188 Naturdenkmäler. In Deutschland sind bislang 34 Kultur- und 3 Naturdenkmäler zum Welterbe erklärt worden (Stand Juli 2012). Weitere Kultur- und Naturdenkmäler befinden sich auf einer so genannten Tentativliste. Seit 1992 gehören auch Dokumente, seit 2001 auch immaterielle Kulturgüter zum Welterbe.
Weltnaturerbe in Deutschland
Alte Buchenwälder (5 Gebiete)
(seit 2011)
Messel
Grube Messel (seit 1995)
Wattenmeer
(seit 2009)
34 x Weltkulturerbe in Deutschland
In Deutschland sind bislang 34 Kulturdenkmäler zum Welterbe erklärt worden. Die Anträge auf Ernennung zum UNESCO-Welterbe stellen die Bundesländer. Bislang einzigartig: die Kulturlandschaft Dresdner Elbtal wurde 2009 wegen der Errichtung einer Straßenbrücke aus der Liste gestrichen.
Weltkulturerbe in Deutschland
Aachen
Aachener Dom (seit 1978)
Alfeld (Leine)
Fagus-Werk (seit 2011)
Bad Muskau
Muskauer Park (seit 2004)
Bamberg
Altstadt (seit 1993)
Bayreuth
Opernhaus (seit 2012)
Berlin
Museumsinsel (seit 1999)
Berlin
Siedlungen der Moderne (seit 2008)
Bremen
Rathaus und Roland (seit 2004)
Brühl
Augustusburg u. Falkenlust (seit 1984)
Dessau-Wörlitz
Gartenreich (seit 2000)
 
Eisenach
Wartburg (seit 1999)
Essen
Zeche Zollverein (seit 2001)
Goslar
Altstadt (seit 1992)
Goslar
Erzbergwerk Rammelsberg (seit 2010)
Goslar
Oberharzer Wasserwirtschaft (seit 2010)
Hildesheim
St. Michael und Dom (seit 1985)
Köln
Kölner Dom (seit 1996)
Limes (ca. 550 km Länge)
(seit 2005)
Lorsch
Kloster Lorsch (seit 1991)
Lutherstadt Eisleben
Luthergedenkstätten (seit 1996)
 
Lutherstadt Wittenberg
Luthergedenkstätten (seit 1996)
Lübeck
Lübecker Altstadt (seit 1987)
Maulbronn
Kloster Maulbronn (seit 1993)
Oberes Mittelrheintal (ca. 67 km Länge)
(seit 2002)
Potsdam
Schlösser und Gärten (seit 1990)
Prähistorische Pfahlbauten (div. Fundorte)
(seit 2011)
Quedlinburg
Altstadt (seit 1994)
Regensburg
Altstadtensemble (seit 2006)
Reichenau
Klosterinsel (seit 2000)
Speyer
Dom zu Speyer (seit 1981)
 
Steingaden
Wieskirche (seit 1983)
Stralsund und Wismar
Altstädte (seit 2002)
Trier
Kulturdenkmäler (seit 1986)
Völklingen
Völklinger Eisenhütte (seit 1994)
Weimar
Bauhausstätten (seit 1996)
Weimar
Klassisches Weimar (seit 1998)
Würzburg
Residenz (seit 1981)
.
"Memory of the World"
Im Weltdokumentenerbe ist Deutschland bislang mit folgenden Einträgen vertreten: Tondokumente traditioneller Musik 1893-1952 (Edison-Zylinder) des Berliner Phonogrammarchivs (Standort: Ethnologisches Museum Berlin, Abteilung Musikethnologie), Gutenberg-Bibel (Standort: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen), Goethes literarischer Nachlass (Standort: Klassik Stiftung Weimar), Beethovens Neunte Sinfonie (Hauptstandort: Staatsbibliothek Berlin - Preußischer Kulturbesitz ), Fritz Langs Stummfilmklassiker Metropolis (Standort: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden), Reichenauer Handschriften (Standorte: Bayerische Staatsbibliothek München, Staatsbibliothek Bamberg, Hessische Landesbibliothek Darmstadt, Stadtbibliothek Trier, Aachener Domschatz, Bibliothèque Nationale de France, Museo Archeologico Nazionale di Cividale del Friuli) , Kinder und Hausmärchen der Brüder Grimm (Standort: Brüder Grimm-Museum Kassel), Waldseemüllerkarte von 1507 (Standort: Library of Congress, Washington), Renaissance-Bibliothek des Mathias Corvinus (Bibliotheca Corviniana) (Standorte: Széchényi Nationalbibliothek Budapest, Österreichische Nationalbibliothek Wien, Biblioteca Estense Modena, Bayerische Staatsbibliothek München, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel), Briefwechsel von Gottfried Wilhelm Leibniz (Standort: Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Hannover), Nibelungenlied (Standorte: Bayerische Staatsbibliothek München, Badische Landesbibliothek Karlsruhe, Stiftsbibliothek St. Gallen), Benz-Patent von 1886 (Standort: Daimler AG Archive und Sammlung, Stuttgart), Dokumente zum Bau und Fall der Berliner Mauer und der Zwei-Plus-Vier-Vertrag, Lorscher Arzneibuch (Standort: Staatsbibliothek Bamberg), Himmelsscheibe von Nebra (Standort: Landesmuseum für Vorgeschichte Halle), die Goldene Bulle (Standorte: Böhmisches Exemplar: Österreichisches Staatsarchiv; Frankfurter Exemplar: Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main; Kölner Exemplar: Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt; Mainzer Exemplar: Österreichisches Staatsarchiv; Nürnberger Exemplar: Staatsarchiv Nürnberg; Pfälzisches Exemplar: Bayerisches Hauptstaatsarchiv; Trierer Exemplar: Landesarchiv Baden-Württemberg Stuttgart), Schriften von Karl Marx: "Das Manifest der Kommunistischen Partei" und "Das Kapital" (Standort: Internationales Institut für Sozialgeschichte Amsterdam). (Stand 2014)
Netzwerk "Creative Cities"
Insgesamt 4 deutsche Städte wurden bislang (Stand 2014) in das weltweite Netzwerk der "Creative Cities" aufgenommen. Hannover und Mannheim besitzen jeweils die Auszeichnung als "Stadt der Musik", Heidelberg wurde der Titel "Stadt der Literatur" verliehen. Berlin ist in der Kategorie "Design" vertreten. Zum globalen Netzwerk gehören z.Zt. 69 Städte aus allen Kontinenten, die sich verpflichten aktiv mitzuarbeiten und sich gegenseitig zu fördern.

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