Ulm

Wechselvolle Geschichte
Die Universitätsstadt Ulm an der Donau geht auf die Königspfalz Hulma aus dem 9. Jahrhundert zurück, von der aber nur wenige Reste erhalten sind. Um die Pfalz herum siedelten sich Handwerker und ein Markt an. Die daraus entstehende Stadt wurde bis Mitte des 13. Jahrhunderts befestigt. 1376 wurde unter Ulmer Führung der Schwäbische Städtebund gegründet, ein Jahr später begann der Bau des Ulmer Münsters. 1397 wurde mit dem Großen Schwörbrief die erste Verfassung einer deutschen Stadt in Kraft gesetzt. Ihren Höhepunkt erreichte die Stadtentwicklung um das Jahr 1500, als die Stadt ein wichtiger Handelsplatz war. Die Verlagerung wichtiger Handelsrouten, Kriege und Seuchen sorgten danach jedoch für einen steten Niedergang, der 1770 im Bankrott der Stadt endete. 1810 wurde die Stadt geteilt: Ulm auf dem linken Donauufer wurde württembergisch, die Siedlungen auf dem rechten Ufer blieben als Neu-Ulm bei Bayern.
Kriegszerstörung und Wiederaufbau
Als Folge des Zweiten Weltkrieges waren Ende 1944 über 80 Prozent der mittelalterlichen Altstadt zerstört, das Münster jedoch weitgehend unbeschädigt. Über die Art und Weise des Wiederaufbaus wurde heftig gestritten, teilweise bis in die 1990er-Jahre hinein, als die gröbsten Wiederaufbausünden beseitigt wurden. Heute hat die überaus lebendige Altstadt durch ihre Kombination aus Erhaltenem, Wiederaufgebautem und Neuem ihren ganz eigenen Reiz.
Sehenswert in Stichworten
Ulmer Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt, Fischerviertel und Donaufront mit begehbarer Stadtmauer und schiefstehendem Metzgerturm, Rathaus, Schwörhaus, Bauten der Neuen Mitte, Stadthaus von Richard Meier auf dem Münsterplatz.
Der höchste Kirchturm der Welt
Das gotische Ulmer Münster hat den mit 161,53 Metern höchsten Kirchturm der Welt. Es beherbergt zahlreiche Kunstwerke aus dem Spätmittelalter , aber auch aus der Zeit seiner Fertigstellung im 19. Jahrhundert. Bis zum 14. Jahrhundert stand die Ulmer Pfarrkirche außerhalb der Stadtmauern. Deshalb wurde 1377 mit dem Bau einer neuen Kirche innerhalb der Mauern begonnen. Es sollte jedoch über 600 Jahre dauern, bis das Ulmer Münster tatsächlich fertiggebaut war. Ab 1543 ruhte die Bautätigkeit für mehr als 300 Jahre, der Hauptturm war zu diesem Zeitpunkt erst 100 Meter hoch. Heute kann der Turm über 768 Stufen bis zu einer Höhe von 143 Metern bestiegen werden, bei gutem Wetter reicht die Sicht bis zu den Alpen.
Barockkloster Wiblingen
Im Ortsteil Wiblingen: Besonders sehenswert ist die prachtvoll ausgestaltete Klosterkirche und der pittoreske Bibliothekssaal des Klosters Wiblingen. Diese können im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Außerdem natürlich das "Museum im Konventbau", das in die Welt der barocken Klosterherrschaften einführt.



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Münster mit Stadthaus
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